Freitag, 2. November 2012

Nr.31

Ich sehe meine Haut. Unter meiner Haut spüre ich laute Gefühle, alle Gefühle, die ich immerzu aufstaue. Ich spüre, dass ich mich schneiden will. Vielleicht wird es besser, wenn ich einen Pullover anziehe. Nein, ich spüre die Haut immer noch, also man spürt seine Haut natürlich immer, aber ich spüre sie so intensiv, ich spüre, dass sie Narben will. Ich weiß, dass es besser wird, wenn ich es tue. Ich weiß es ja. Aber damit ist nur für einen kurzen Augenblick alles gut, ich brauch das nicht, ich weiß, dass es dadurch nicht besser wird. Ich tue das nicht. Nicht jetzt, 10 Minuten vor dem 10. Tag, an dem ich mich nicht geschnitten habe.

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